talking about sexual trauma

Our civilizations are traumatized by sexual violence. A poison we should neutralize by talking

Revolution! Die Opfer werden. . .

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. . . nicht weiter ausgestoßen von der Institution, in der sie sexueller Gewalt ausgesetzt wurden. Das ist mindestens deutschlandweite eine Premiere. Das Aloisius-Kolleg in Bonn, schwerst kontaminierte Elite-Schule mit Internat, erklärt, sechs Jahre nachdem dort die bisher intensivste bundesweite Auseinandersetzung mit sexuellem Missbrauch ausgelöst wurde: Die Betroffenen sind bleibend Teil der Kollegsgemeinschaft; sie haben hier einen Platz und eine Anlaufstelle, wenn sie das wollen. Es gibt kein „Abhaken“ der Geschichte.

http://www.aloisiuskolleg.de

Man entschuldigt sich sogar ausdrücklich für den „Brief der 500“ von 2010, in dem 500 Altschüler und Eltern die Kollegleitung ihrer Solidarität versichert („Die Werte und Erziehungsideale des Aloisiuskollegs als katholische Schule und Internat, geführt durch den Jesuitenorden, sind und bleiben für uns durch die Ereignisse unberührt“).

Das Beste, was ich bezüglich Solidarität bisher erlebt hatte, waren Familien, in denen sich zumindest ein großer Teil der Mitglieder hinter den oder die Betroffene/n gestellt hat, und damit gegen den Täter (Vater, Ernährer, Ehemann, Bruder, Mutter, Ex-Frau. . . ). Aber diese sind die Ausnahme, meist werden Betroffene ausgegrenzt.

Was diese Erklärung bedeutet? Einen zivilisatorischen Fortschritt. In den allermeisten Gesellschaften werden Opfer von Gewalt (seien es Mafia-Opfer, Atombombenopfer, Überlebende von Konzentrationslagern oder eben sexueller Gewalt) nur schweigend geduldet, und ausgestoßen, wenn sie Rechenschaft fordern sollten. Natürlich bemäntelt man diesen Rauswurf unter vielerlei Vorwänden (es gab z.B. Leute, die nach dem 2. Weltkrieg behaupteten, Rentenzahlungen würden bei geschädigten ehemaligen Soldaten das posttraumatische Syndrom erst auslösen. Heute heißt es gerne, Geld helfe doch eh nicht wirklich). Aber letztlich ist Überforderung und damit Kaltstellen die übliche Reaktion (früher auch gerne verbrennen, einsperren, psychiatrisieren). Hilflosigkeit eben.

In der Erklärung der Schule heißt es hingegen: „Wir danken ausdrücklich all den Betroffenen, die zur Aufar-beitung beigetragen haben und beitragen und ermutigen alle Zeitzeugen, die zur Aufarbeitung beitragen können, dies auch zu tun.“

http://www.general-anzeiger-bonn.de/bonn/bad-godesberg/godesberg-zentrum/opfer-haben-hier-eine-anlaufstelle-article1802149.html

Ich vermute mal: Da konnten einige der Betroffenen („Opfer“) in zäher Arbeit zeigen, dass sie auch nur Menschen sind und den „anderen“ sehr ähnlich. Also hinter die ganzen Projektionen ziemlich vieler Menschen kommen (zusammengesetzt aus Ängsten, Bequemlichkeit und Überforderung), die aus Menschen Opfer machen.

Jetzt müssen den Worten noch Taten folgen.

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3 Kommentare zu “Revolution! Die Opfer werden. . .

  1. Jetzt übernimmt im Fall des „schwert kontaminierten“ Bonner Aloisiuskollegs mit Blick auf die Betroffenen auch das Bonner Theater in einer Uraufführung:

    http://www.general-anzeiger-bonn.de/bonn/kultur/buehnenstueck-bilder-von-uns-behandelt-missbrauch-am-aloisiuskolleg-article1803485.html#plx441984411

    Leider sind die Bausteine zum Stück ja sehr real:

    http://unheiliger-berg.jimdo.com/leseproben/kindernacktfotos/

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  2. Ergänzung nach der Uraufführung des oben genannten Stücks:
    Alles über Thomas Melles Theaterstück „BIlder von uns“ hier:
    http://unheiliger-berg.jimdo.com/theaterst%C3%BCck/

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