talking about sexual trauma

Our civilizations are traumatized by sexual violence. A poison we should neutralize by talking

Die „Trostfrauen“-Causa in Freiburg

Hinterlasse einen Kommentar

Nein, man mag es einfach nicht, wenn Opfer sexueller Gewalt sich zeigen oder gezeigt werden, oder so unangenehme Vorgänge wie Sex-Sklaverei thematisiert werden. Beispielsweise durch die lebensgroße Bronzestatue einer sitzenden Frau, die eine der 200.000 Frauen symbolisiert, die während des zweiten Weltkriegs nach Japan verschleppt und dort jahrelang zwangsprostituiert und misshandelt wurden. Diplomatische Dramen haben sich wegen dieses Geschenks aus der Freiburger Partnerschaft Su-Won abgespielt – bisher weitgehend unbemerkt im deutschen Südwesten.

Die Statue sollte im Stadtgarten aufgestellt werden, auch als Mahnmal für all die sexuelle Gewalt, die in Kriegen früher und auch heute noch ausgeübt wird. Baden-Württemberg hat 1000 Jesidinnen aufgenommen, die solche Gewalt überlebten. Das führte zu Triumph-Meldungen in Korea und heller Empörung in Japan. Freiburgs Partnerstadt in Japan, Matsuyama, drohte mit dem Aufkündigen der Freundschaft. Daraufhin beschloss die Freiburger Stadtspitze, das Geschenk abzulehnen und nach Korea zurückgehen zu lassen. Man will sich nicht in koreanisch-japanische Angelegenheiten einmischen.

Man fragt sich, wie das gelaufen wäre, wenn beispielsweise Erdogan derartige Forderungen gestellt hätte – dass sich eine deutsche Stadt nicht auf die Seite von Opfern sexueller Gewalt und ihrer berechtigten Forderungen stellen dürfe.

Freilich hat Deutschland in der Tat ausreichend vor der eigenen Haustüre zu kehren. Allerdings steht dort die Leugnung der Kriegsverbrechen des 2. Weltkriegs unter Strafe. Unter #Trostfrauen bei Twitter findet man aber eine Menge Tweets, die Verschleppung, Zwangsprostitution und Folter von 200.000 Koreanerinnen durch die japanische Armee leugnen. Auch der Freiburger OB, Dieter Salomon diagnostiziert – angesichts der hoch emotionalen Reaktionen aus Japan – einen noch unabgeschlossenen Aufarbeitungs-Prozess.

Nun schlägt der Vertreter Matsuyamas in Freiburg, Marabu Damon, vor, dass sich Frauengruppen aus Freiburg, Suwon und Matsuyama treffen und über Trostfrauen diskutieren. Die Trostfrauen der unaufgestellten Trostfrauen-Statue, hmmm?  Jedenfalls sähe er das Ganze wohl gerne als Frauen-Angelegenheit.

Die ganzen Freiburg-japanische-koreanischen Verwicklungen

Kein Link zur ebenfalls berichtenden „Badische Zeitung“, die es leider nicht für nötig hält, den beschönigenden und damit opferfeindlichen Begriff „Trostfrauen“ in Anführungszeichen zu setzen. Zu finden unter der schönen Überschrift: „Eine Trostfrau reisst Wunden auf“. Wie fies von der.

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s