talking about sexual trauma

Our civilizations are traumatized by sexual violence. A poison we should neutralize by talking

Sexueller Missbrauch im Sport

Ein Kommentar

„Sport ist, was Missbrauch angeht, gemeingefährlich für Kinder“, sagt der Dozent der Sport-Wissenschaft Thomas Schnitzler. Diese Woche zitiert vom Magazin „Spiegel“, der dem Wegschauen der Sportvereine, wenn es um sexuelle Gewalt in den von ihnen organisierten Trainings und Veranstaltungen geht, einen Artikel gewidmet hat.
„Tatort Sportplatz“
Er referiert die üblichen Klassiker der Missbrauchs-Strategien und der Strukturen, die Missbrauch ermöglichen: Verdachtsmomente unter den Teppich kehren, Täter gehen und woanders sich ihre weiteren Opfer suchen lassen, keine Schutzkonzepte „nötig haben“ (sexueller Missbrauch passiert immer nur woanders), Dachverbände, die Empfehlungen aussprechen, sich aber nicht um die Umsetzung scheren, und ihre Hände genauso in Unschuld waschen wie z.B. die deutsche Bischofskonferenz, wenn’s hart auf hart kommt: Dann hat man leider weder Handhabe noch die nötigen Kompetenzen, Vereine zu zwingen, sich an vereinbarte Standards zu halten.
Der Gipfel von Leichtfertigkeit und Gleichgültigkeit ist wohl die Tatsache, dass in den meisten Bundesländern und Kommunen die Ausschüttung von Subventionen und Fördergeldern nicht an das Vorhandensein eines Schutzkonzepts geknüpft ist.


Sehr schön auch, wenn ein verurteilter Pädo-Krimineller Selbstverteidigung-Kurse für Mädchen leiten darf, wie im Budo-Verein in Oldenburg. Gefördert mit öffentlichen Geldern. Sowas gibt’s, ja sicher.
Auch bei Euch zuhause. Fragt mal in den Sportvereinen Eurer Kinder nach. Man wird empört sein.

Denn (ich zitiere aus dem Artikel im Spiegel): „Lediglich die Hälfte der befragten Vereine hält das Thema sexuelle Gewalt überhaupt für relevant. Nur ein Viertel fordert von seinen ehrenamtlichen Übungsleitern ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis, in dem maßgebliche Straftaten aufgelistet sind.“

Der Artikel war Anlass für einige Mitglieder des Betroffenen-Beirats des ergänzenden Hilfe-Systems, eine Presse-Erklärung abzugeben.

tatort-sport

 

 

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Ein Kommentar zu “Sexueller Missbrauch im Sport

  1. Die Struktur des nicht Wahrhabenwollens und des Wegerklärens von bemerktem Missbrauch ist hier wie sonst auch ein sehr übles Element. Da hilft auch kein erweitertes Führungszeugnis, sondern nur die Zivilcourage derjenigen, die verdächtiges Verhalten bemerken, dem Umstand nachzugehen und ihn offen anzusprechen. Leider ist die Feigheit hier sehr groß, und es bedarf Überwindung der Verantwortlichen, einen Täter anzuzeigen.

    In meinem Schwimmverein vergaß ein Jugendtrainer einmal seinen Fotoapparat. Die Finder sahen die Aufnahmen durch, um ihn dem Verlierer auszuhändigen. Dabei sahen sie, dass er nackte Jungs unter der Dusche fotografiert hatte. Die erste Reaktion war ein Wegerklärenwollen; erst in einem zweiten Schritt des Nachdenkens übergaben Sie den Apparat der Polizei, weil ihnen klar wurde, dass der Täter nach einer Trennung in einem anderen Verein ebenso missbräuchlich agieren würde.

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