talking about sexual trauma

Our civilizations are traumatized by sexual violence. A poison we should neutralize by talking

Meine Erfahrungen in der Politik

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Ansätze von Betroffenen-Politik gibt es in Deutschland: Mit ein wenig Glück werden wir in 20 Jahren so weit sein wie die politische Vertretung „behinderter“ Menschen. Es wird ein selbstverständliches Mitsprache-Recht geben für Betroffenen-Vertreter, die aus eigener Erfahrung wissen, was es bedeutet, sexueller Gewalt ausgesetzt gewesen zu sein.

Sie werden mitreden, wenn es um die Reform von Bildung und Ausbildung von Pädagogen, Pflegekräften, Ärzten, Psychologen, Polizei, Richtern, Rechtsanwälten etc. gehen wird. Wenn es um Gesetzesvorlagen geht, sei es im Entschädigungsrecht, wenn es um Sicherheit in Familie, Sport, Schule geht; oder bei der Aufstellung von Lehrplänen. Dass das Thema nicht in der Schule selbstverständlich behandelt wird, ist eigentlich ein Unding: Ist doch sexuelle Gewalt „das Grundrisiko einer Kindheit in Deutschland“, wie das der Missbrauchs-Beauftragte Johannes Rörig ausgedrückt hat. Man wird Betroffenen-Vertreter befragen, wenn es um die längst überfällige Einrichtung von Professuren geht, die erforschen, warum sexuelle Gewalt in den meisten Zivilisationen so verbreitet ist.

Das wird aber noch eine Weile brauchen. Was haben wir bisher? Es fing an mit dem runden Tisch sexueller Kindesmissbrauch, zu dem auch ein paar Betroffene eingeladen waren. Das war eine Revolution! Dann gab es den Betroffenen-Beirat des ergänzenden Hilfesystems, dem ich ein paar Jahre angehört habe. Das war interessant, lehrreich und frustrierend. Nun gibt es noch den Betroffenenrat, von dem man aber wenig hört. Dessen Facebookseite ist auf der Seite des Missbrauchs-Beauftragten, wo der Betroffenenrat vorgestellt wird, leider nicht zu finden. Man erfährt dort, dass ein Mitglied des Rats Andrea Nahles Vorschläge zur Verbesserung des OEG (künftig: SER – Soziales Entschädigungs-Recht) übergeben hat. Dazu musste sie aber Frau Nahles auf dem Neujahrs-Empfang abpassen; es ist noch keineswegs so, dass Vertreter der Millionen in diesem Land durch sexuelle Geschädigten gehört werden MÜSSEN, wenn es um die Reform eines Gesetzes geht, das sie direkt betrifft.

Und wie war das im Betroffenenbeirat? Dieser soll die Beamten des Familienministeriums, die das ergänzende Hilfesystems für Missbrauchs-Betroffene organisieren, aus der Betroffenen-Perspektive beraten. Am Anfang beispielsweise ging es um die Antrags-Formulare:  Wie kann man sie gestalten, damit das Ausfüllen nicht womöglich triggert, so viel Auseinandersetzung mit der Vergangenheit erfordert, dass manche das nicht schaffen? An den regelmäßigen Sitzungen des Lenkungsausschusses, der über die Organisation des Hilfesystems entscheidet, nehmen auch zwei Repräsentantinnen des Betroffenen-Beirats teil. Unentgeltlich und ehrenamtlich, natürlich. In den ersten Sitzungen verlangte man noch von ihnen, sie sollten das Mineralwasser, das sie konsumierten, selbst bezahlen (das für Ministeriums-Mitarbeiter natürlich kostenlos war).

Erst seit ganz Kurzem bekommen auch die Betroffenenvertreter in den Clearingstellen, die über die Vergabe der Mittel des EHS entscheiden, einen Verdienstausfall für die Sitzung (nicht etwa für die umfangreichen vorbereitenden Aktenstudien) bezahlt. Was für die anderen Mitglieder der Clearingstellen längst selbstverständlich war. Als habe man, nur weil man einst sexueller Gewalt ausgesetzt war, weder Beruf, Verdienst noch finanzielle Verpflichtungen. Es gab noch andere Gründe, aufzuhören – aber ich habe diese systematische Verweigerung von Verdienstausfall irgendwann als diskriminierend empfunden und bin ausgestiegen, nachdem mir das Familienministerium den Verdienstausfall für die Teilnahme an einer Bilanzsitzung des Ausschusses fürs Hilfesystem für institutionelle Opfer verweigerte. Ich habe nämlich, genau wie die Herrschaften aus den Sportverbänden, Kirchen, Schulbehörden, die da gut alimentiert mit uns drei Betroffenen-Vertretern saßen, auch finanzielle und familiäre Verpflichtungen.

Bisher darf die Beteiligung von Betroffenen keinesfalls etwas kosten. Viele derjenigen, die sich engagieren, sind der Auffassung, dass man noch froh sein müsse, dass man / frau dabei sein darf. Und dass es das wert ist, weil durchaus etwas zu bewirken sei. Ich habe vor dieser Einstellung Respekt, finde aber, dass ich persönlich längst genug gegeben habe. Und ich habe auch (nicht nur in diesem Bereich) die Erfahrung gemacht, dass was nichts kostet, vielen auch nichts wert ist.

Andreas Huckele, Autor des Buches „Wie laut soll ich denn noch schreien“ über das Gewaltsystem Odenwaldschule, hat kürzlich einen Artikel über die Aufarbeitungs-Kommission geschrieben (seiner Meinung nach ein Papiertiger) – und ihm ist auch aufgefallen, dass Politik für Betroffene sexueller Gewalt nichts kosten darf. Verwunderlich ist das nicht – die Mehrheit der Millionen Betroffenen schweigt noch immer beschämt, und damit behauptet die „rape culture“, die Gewaltopfern Verachtung und Diskriminierung entgegen bringt, statt Täter zur Rechenschaft zu ziehen, noch immer ihre Dominanz, trotz durchaus positiver Tendenzen in den vergangenen Jahren. Warum sollte man da investieren?

Huckele findet auch, dass es noch ein weiter Weg ist bis zur Umsetzung einer wirksamen Politik gegen sexuelle Gewalt, und zur Einbindung von engagierten Betroffenen, um diese noch effizienter zu machen. Heute ist übrigens die erste „Anhörung“ der Aufarbeitungs-Kommission.

A.Huckeles Artikel zum Papiertiger Aufarbeitungs-Kommission

 

 

 

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7 Kommentare zu “Meine Erfahrungen in der Politik

  1. Respektlosigkeit bedeutet Missachtung. Man übersieht ihn, selbst wenn man sich mit ihm beschäftigt; man blickt hin, ohne zu erkennen, wen und was man betrachtet. So betrachtet wird das einstmalige Opfer erneut zum Objekt und ein weiteres Mal viktimisiert. Das geschieht so selbstverständlich wie der fehlende Respekt ihm gegenüber gewohnte Haltung ist. Das Opfer ist wertlos. Das liegt auch in seiner ursprünglichen begrifflichen Natur. Es ist etwas, was weg- und aufgegeben wird. Es vergeht im Rauch, der die Götter nährt. Das Opfer schont die Gesellschaft und erhöht sie zugleich. Es bleibt Objekt. So ging es einst mit Menschenopfern und geht es heute gleichermaßen im übertragenen Sinne. Das Opfer gehört der Gesellschaft als Symbol inszenierter Reue gesellschaftlichen Versagens. Das Opfer gehört sich niemals selbst. Es wird instrumentalisiert.

    Denke ich an den Staatsakt vom 17. 11. 2016 in Österreich, zeigt sich diese Objektivierung in ganz besonderer Weise: Den Opfern die Galerie, den Tätern der Saal.

    Denke ich an die Einhaltung der Vereinbarungen vom Runden Tisch, wiederholt sich diese Respektlosigkeit, insbesondere durch Nahles in der Verschleppung der Reform des OEZ. Sie wiederholt sich auch in mancher Mutlosigkeit des UBSKM, so zum Beispiel sein feiges Schweigen zu den Kinderehen. Oder aber auch in seiner despektierlichen Behandlung Betroffener bei ihrer ehrenamtlichen Arbeit.

    Die Respektlosigkeit gegenüber den Opfern scheint bei vielen tief verwurzelt. Ja, man nimmt uns nicht wirklich ernst. Ernstgenommen wurde der Runde Tisch ja auch nur temporär und nur deswegen, weil der mediale Druck 2010 so stark wurde.

    Zu dieser Respektlosigkeit noch ein ganz anderes Beispiel. Ich bin seit 30 Jahren in einer Sucht-Selbsthilfegruppe engagiert. Wir veranstalteten monatlich Informationsgespräche auf einer Entzugsstation; was manchmal wegen der Renitenz und Reaktanz der Patienten belastend war. Die Ärzte der Suchtstation dachten sich aus, dass sie den Patienten Wochenendfreizeit zu Hause gewährten, sofern sie wenigsten eine Selbsthilfegruppe in der Woche während ihrem Klinikaufenthalt besuchten. Wir waren also ungefragt in Belohnungs- und Konditionierungsprogramm eingebunden worden. – So hätte es man auch gerne weiterhin: über die Köpfe der Betroffenen zu entscheiden, denn man selbst weiß viel besser, was gut für die armen Opfer ist.

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    • Werter Lotosritter, die folgenden Worte fand ich besonders bedenkenswert (im Sinne von Wert, bedacht zu werden): „Das Opfer ist wertlos. Das liegt auch in seiner ursprünglichen begrifflichen Natur. Es ist etwas, was weg- und aufgegeben wird. Es vergeht im Rauch, der die Götter nährt. Das Opfer schont die Gesellschaft und erhöht sie zugleich. Es bleibt Objekt. So ging es einst mit Menschenopfern und geht es heute gleichermaßen im übertragenen Sinne. Das Opfer gehört der Gesellschaft als Symbol inszenierter Reue gesellschaftlichen Versagens. Das Opfer gehört sich niemals selbst. Es wird instrumentalisiert.“
      Sehr treffend, aber ist das Opfer denn „wertlos“? Es soll ja die Götter besänftigen, oder die (wie auch immer gearteten) Mächtigen – ist also insofern sehr wichtig. Aber eben als Objektifiziertes. Das es bleiben muss, damit es weiter wirkt.
      Ob es auch derart archaische Mechanismen sind, die dazu beitragen, dass Opfer Opfer bleiben?

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  2. Geschätzte Nicht-die-einzige, wertlos ist das Opfer sicher nicht. Es hat einen bedingten Wert als Instrument gesellschaftlicher Exkulpation; dieses Prinzip erkenne ich auch in der Anhörung durch die UKASK.

    Der Autor Andreas Altmann gab ein Beispiel hierfür. Nachdem sein Buch „Das Scheißleben meines Vaters etc.“ veröffentlicht worden war, wurde er kurzfristig in den Talkshows herumgereicht, man schauderte sich und war mit sich als Zuschauer auch recht zufrieden, mal wieder irgendwelche Bösewichte als Bösewichte anprangern zu können. Altmann war hier stets Objekt, auch wenn er sich dabei noch so subjektiv gebärdete. Er blieb durch die Inszenierung auf seine Opferrolle festgelegt.

    Und gewiss sind es archaische Mechanismen, die hier wirken. Leider wirken sie meist unerkannt und deshalb unreflektiert, weswegen auch Opfer ihre ihnen zugedachte Rolle selten abstreifen können. Einzelnen mag es gelingen, sofern sie günstige Umstände aus der ihnen zugewiesenen Bahn werfen. Wobei ich feststelle, dass derlei selbstreflektierte Opfer die Unbescholtenen und Verschonten erst recht erschrecken, da sie deren Opfer-Stereotyp nicht entsprechen. Das erschwert insgesamt die Heilung, da dem Opfer kein subjektiver Wert zukommt. Erst wenn ich als Opfer meinen Selbstwert erkenne, ihn zu schätzen und zu erhöhen weiß, werde ich diesem Teufelskreis entkommen. Das heißt, ich muss meine Subjektivität und Präsenz von mir selbst fordern und aus mir heraus ermöglichen. Von der Gesellschaft darf ich diese resiliente Performance für mich nicht erwarten.

    Gleichwohl bleibe ich Opfer; Opfer primär für mich, nach meinem Verständnis und nicht als everyone‘s victim. Dies ist für mich wichtig, denn meine Geschichte schließt das Opfersein mit ein. Dieses, mein Kapitel ist niemals zu Ende.

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    • „Altmann war hier stets Objekt, auch wenn er sich dabei noch so subjektiv gebärdete. Er blieb durch die Inszenierung auf seine Opferrolle festgelegt.“
      Ich fürchte, das ist eine Erfahrung, die fast alle „Opfer“ machen, die an die Öffentlichkeit gehen – um aufzuklären, zu zeigen, dass das Thema kommunizierbar ist, sein muss. Noch extremer im Fernsehen als in Print-Medien. Es kann nichts anderes gesehen, gezeigt werden, als das Furchtbare. „Wie war das bei Ihnen“. Wie das Kaninchen, das immer wieder vor der Schlange in Lähmung verfallen mag, weil ihm was anderes dazu nicht einfällt. Ich kenne Etliche, die es anders versucht haben. Nun ja, es gibt da auch Fortschritte; aber ich habe sehr selten erlebt, dass man Missbrauchs-Betroffene gefragt hätte: Was muss denn politisch passieren? Wird das ganze Geld, das gerade in Forschung gesteckt wird, sinnvoll ausgegeben? Passiert bestenfalls Leuten, die sich bereits irgendwie als „Intellektuelle“ etabliert haben und damit bewiesen haben, dass sie selbst Inszenierungen vorgeben und kontrollieren können.
      Auch das ist so eine Erfahrung: „Wobei ich feststelle, dass derlei selbstreflektierte Opfer die Unbescholtenen und Verschonten erst recht erschrecken, da sie deren Opfer-Stereotyp nicht entsprechen.“ Dagegen kann man mit Langmut und Gelassenheit anarbeiten. Wichtig ist aber, nicht zu vergessen, dass so ein sprechendes Opfer für sehr viele Menschen ein Trigger ist. Dafür kann ich nichts, aber es ist eben so.

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  3. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, wenn ich sage, dass die Geschichten des Missbrauchs im Grunde banal sind. Es ist ein gewaltiger Satz, den ich aber schlicht und gewaltlos meine. Denn die Geschichte unseres Schreckens ist redundant und sie erschöpft sich irgendwann und wirkt dann in erschreckender Weise gewöhnlich – eben banal. Mir erging es so als ich das Schwarzbuch zum Genozid an den sowjetischen Juden las. Ich legte es nach dem ersten Drittel weg und setzte die Lektüre nicht mehr fort.

    Zweierlei bewegte mich dazu. Zum einen der grauenhafte Schrecken, der von Anfang an und stets am Limit war; zum anderen die Redundanz des Schreckens. Aus jeder Geschichte war die gleiche – oder besser noch dieselbe – menschenverachtende Gewalt, die vollkommene Bösartigkeit, ja das Böse schlechthin herauszulesen. Es gab keine Differenzierung mehr, es war nur noch böse Dunkelheit, absolute Nacht ohne Schattierung. Es war banal. – Ähnliches geschieht mir, wenn ich Opferberichte lese oder höre. Sie erschüttern mich, sie triggern mich, sie quälen mich und werfen mich in meine eigene erlittene Schrecklichkeit zurück, doch sie erzählen mir nichts mehr, von dem ich nicht längst schon wüsste. Es ist die immergleiche Geschichte seelischer Zertrümmerung und menschlichem Abgrunds.

    Deswegen meine ich, sollten wir weniger die Geschichte unserer seelischen Zertrümmerung, unserer körperlichen Entfremdung und dem Raub unserer ursprünglichen Sexualität für den Rest unseres Lebens erzählen, als vielmehr die Geschichte unserer Resilienz, des aufblühenden Lotos im verbliebenen Morast unseres Gemüts, unseres Herzens, unseres Selbst, durch den wir fähig wurden, trotz aller Schrecklichkeit ein Leben zu beginnen, das wir zuvor nie oder nur selten hatten. Es ist die Geschichte unserer Wiedergeburt. Und diese Geschichten höre ich zum Beispiel seit bald 40 Jahren in Sucht-Selbsthilfegruppen, und diese Geschichten erschienen mir niemals banal niemals redundant, sondern verraten mir immer wieder etwas von der Kraft, die uns überleben ließ und zurück ins Leben half. Es ist die Kraft, die uns auch heute noch am Leben erhält.

    Diese Geschichten sollten erforscht werden. Ohne die Geschichten unserer Resilienz ist die Erforschung unseres Missbrauches im Grunde unbedeutend, eben nur eine halbe Sache. Und ginge ich in eine Talkshow – was ich ganz bestimmt nie machen würde – wäre es allein dieser Teil meiner Geschichte, zu dem ich was zu sagen hätte.

    Und hörten diese Geschichten jene, die uns bei einer Konferenz des Betroffenenbeirats die paar Groschen für ein Mineralwasser abnötigten, müssten sie wohl ob ihrer Schäbigkeit in den Boden versinken.

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    • Werter Lotosritter, auch meine Rede: „Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, wenn ich sage, dass die Geschichten des Missbrauchs im Grunde banal sind.“ Und auch bin der schrecklichen Geschichten müde, aus den Gründen, die Sie beschreiben. Selbstkritisch möchte ich anmerken, dass im immer wieder Erzählen wollen dieser Geschichte eine trügerische Hoffnung zugrunde liegt, nämlich dass es eine Normalität gebe, in der sexuelle Gewalt nicht vorkommt, und dass diese sich endlich des Opfers annehmen und es aufnehmen möge. Zum Erwachsen werden gehört wohl zu erkennen, dass in der sogenannten „Normalität“, also unseren Zivilisationen viel Gewalt herrscht, und wir uns – in welcher Art auch immer – mit dieser Tatsache auseinandersetzen müssen.
      Resilienz herstellen, über sie sprechen, ja. Genau das, und für Veränderungen sorgen. Andererseits haben wir ja hier gerade erdiskuttiert, dass eine solche Rolle für „Opfer“ nicht vorgesehen ist, und oftmals schlicht nicht in die Wahrnehmung-Schemata passt. Insofern auch gerne übersehen wird. Weil allein das Einnehmen einer anderen Rolle Strukturen in Frage stellt. Und der Mensch tendenziell und mehrheitlich konservativ ist und sich vor Veränderung fürchtet.

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  4. Hat dies auf Lotoskraft rebloggt und kommentierte:
    In dem hier rebloggten Beitrag aus dem Blog „Talking About Sexual Trauma“ geht es um Aufarbeitung sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche und die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs sowie um den Betroffenenbeirat beim Missbrauchsbeauftragten. Speziell geht es um den fehlenden gesellschaftlichen und institutionellen Respekt gegenüber Überlebenden von sexuellem Kindesmissbrauch. Dabei geht es um die Missachtung der Betroffenen und die aktionistische Planlosigkeit verschiedener unausgereifter Vorhaben zur Prävention von Kindesmissbrauch. Im Mittelpunkt des Beitrages aber stehen die Opfer von Kindesmissbrauch, die einstigen und künftigen.

    Der Beitrag ist für sich bereits interessant genug. Ebenso interessant ist der Austausch in den Kommentaren zwischen der Blogbetreiberin „Nicht-die-einzige“ und mir. Hier geht es um die Instrumentalisierung von Betroffenen, um starre und diskriminierende Stereotypen bei der Behandlung von Missbrauchsfällen und um die Resilienz erwachsener Opfer von Kindesmissbrauch.

    Der gesamte Faden unter dem Titel „Meine Erfahrungen in der Politik“ ist eine Skizze des Argen bei der Aufarbeitung des Missbrauchs, aber auch ein Blick darüber hinaus, in eine hoffentlich entstehende Gesellschaft, die den Mut besitzen wird, mit ihrer eigenen Schändlichkeit umzugehen; also gewissermaßen eine Utopie, die aus der Dystopie heraus wächst.

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