talking about sexual trauma

Our civilizations are traumatized by sexual violence. A poison we should neutralize by talking

„Tat jenseits des Vorstellbaren?“ So lässt man Kinder vor die Hunde gehen

4 Kommentare

Warum nehmen mich diese Informationen noch viel mehr mit: Dass der Täter, der für die Prostitution und massive sexualisierte Misshandlung des 9Jährigen mit verantwortlich ist, einschlägig vorbestraft war, nur knapp der Sicherheitsverwahrung entging, und Jugendamt wie Polizei bekannt war, dass er dennoch Umgang mit dem Jungen hatte? Dass ein Gericht die Rückkehr des Jungen in die Familie ERZWANG, den das Jugendamt in Obhut nehmen lassen wollte?
http://www.badische-zeitung.de/zerschlagener-paedophilenring-im-breisgau-ein-dorf-steht-unter-schock

Man hätte so vieles verhindern können. Verhindern MÜSSEN. Aber es heißt ja allenthalben, es handle sich um eine Tat „jenseits des Vorstellbaren“ (Badische Zeitung) http://www.badische-zeitung.de/missbrauchsfall-eine-tat-die-jenseits-des-vorstellbaren-ist , die „Einblick in menschliche Abgründe“ gebe http://www.sueddeutsche.de/panorama/missbrauch-menschliche-abgruende-1.3823555 Gleichzeitig wird versucht, das Geschehen woanders zu verorten, und festzumachen, wo dieses Orte sein könnten:  „Aber lauern nicht gerade an idyllischen Orten manchmal die tiefsten menschlichen Abgründe?“ So kann man sich vom Leib halten, dass das ÜBERALL SEIN KANN. UND IST.

Kinder werden auch in dieser Republik prostituiert, und zwar jetzt gerade, irgendwo. Es kann überall sein.

Ich verstehe das nicht: Ich allein kenne drei Menschen, die in ihrer Kindheit prostituiert wurden. Und es ist nicht so, dass ich professionell mich um solche Kinder oder Menschen kümmere. Es sind einfach Bekannte. Die wissen, dass sexuelle Gewalt für mich kein Tabu ist. Und dass ich nicht erzählen werde, das könne ich mir jetzt aber nicht vorstellen.

All die, die behaupten, die Geschehnisse um Freiburg, Kinderprostitution, übersteige ihr Vorstellungs-Vermögen, machen es sich leicht. Sie haben sich offenbar in ihrem Leben mit diesem Phänomen nie beschäftigt, und jetzt machen sie glauben, es sei etwas Einmaliges, Unglaubliches. Warum?

Diese Haltung ist genau das, was dazu führt, dass ein Kind drei Jahre lang UNTER DEN AUGEN VON JUGENDAMT UND POLIZEI vor die Hunde geschickt wird. Weil es sich da offenbar auch keiner vorstellen konnte oder mochte. Trotz aller Informationen.

Übrigens ist es gerade mal ein gutes halbes Jahr her, dass ein Kinderprostitutionsring, betrieben von den Vätern der Kinder, aufflog. Die Fotos der Gewalthandlungen wurden ebenfalls vertrieben: 90.000 Nutzer innerhalb von einem halben Jahr. Nur, wer ebenfalls Bildmaterial (Kinderfolterdokumente) einstellte, durfte dabei sein. Vielleicht helfen auch solche Zahlen Vorstellungsvermögen auf die Sprünge.

http://www.sueddeutsche.de/panorama/kriminalitaet-vaeter-boten-eigene-kinder-zum-sexuellen-missbrauch-an-1.3576228

 

 

 

 

 

 

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4 Kommentare zu “„Tat jenseits des Vorstellbaren?“ So lässt man Kinder vor die Hunde gehen

  1. Ich glaube, dass dieser grauenhafte Fall vielen, auch mir, noch unvorstellbarer vorkommt als die unzähligen anderen grauenhaften Fälle, liegt daran, dass die Mutter des Jungen beteiligt war, und offenbar nicht bloß durch ängstliches oder lethargisches Geschehenlassen.
    Aus irgendeinem Grund, vielleicht wegen der Mutter, vielleicht wegen der furchtbaren Fehleinschätzung des Familiengerichts, vielleicht wegen der räumlichen Nähe, tritt dieser Junge hervor, ist unübersehbar, auch wenn man es irgendwie schafft, sich die Realität der unzähligen anderen missbrauchten Kinder irgendwie „vom Leib zu halten“, wie du sagst.

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    • Liebe Vita, danke für Deinen Kommentar, was Du schreibst lässt mich überlegen: Welche Art von „Vorstellen“ meine ich eigentlich? Ich meine gar nicht das Bildhaft sich etwas vorstellen, das wäre in dem Fall ja sehr schlimm. Ich meine mit vorstellen eher: Für möglich halten, in Erwägung ziehen. Dass es Eltern gibt, die ihre Kinder prostituieren, zum Beispiel. Und dass das gar nicht so selten ist. Es wird nur sehr selten bekannt.
      Das andere, bildliche sich Vorstellen wäre furchtbar, würde einem / einer zu nahe gehen. Und wenig bis nichts nützen. Das meine, verlange ich ja gar nicht.
      Ja, dieser Fall schockiert. Aber darin liegt auch eine Gefahr, nämlich genau die: Ihn als einzigartig, besonders zu sehen. Weil wir das gerne hätten. Wir möchten auch, dass Mütter fürsorglich und liebevoll sind. Das sind sie aber nicht immer, und ich finde es wichtig, das sehen zu können. Die eine meiner Bekannten wurde von ihrer Mutter prostituiert, auf sadistische Art. Das ist nie öffentlich bekannt geworden. Ihre eigenen (Halb-)Geschwister wollen das nicht glauben. Es ist aber geschehen. Und ich glaube kaum, dass ich gerade den einzigen Menschen in dieser Republik kenne, der oder die von der Mutter prostituiert wurde.
      Überhaupt ist sexueller Missbrauch durch Mütter leider wieder eine dieser „Nicht-Vorstellen-Können“-Untaten. Und dennoch gibt es ihn; mit einem Dunkelfeld, das noch größer sein dürfte als das des Missbrauchs durch männliche Familien-Angehörige. Damit meine ich nicht, dass es häufiger vorkommt, sondern noch weniger gemeldet wird und damit weniger bekannt ist.

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  2. Der UBSKM gibt sich ja redlich Mühe, um im institutionellen Bereich Kindesmissbrauch durch Vereinbarungen einzudämmen. Hier lassen sich auch eher sichtbare Erfolge erzielen. Doch vor den Familien steht er wie vor einer Wand und findet das Sesam-öffne-dich nicht. Hier ist die UKASK mit ihren Veranstaltungen der Betroffenen einen Schritt weiter. Allerdings tendiert das Interesse der Medien daran inzwischen wieder gegen Null. Auch dies zeigt, gesamtgesellschaftlich ist man zu ignorant, um sich etwa vorstellen zu mögen.

    Ein Vorschlag von mir ist, dem Mutterpass, den ja hierzulande seit Jahrzehnten jede schwangere Frau vom Frauenarzt bekommt, eine Broschüre zur Missbrauchsprävention beizulegen. Dann kommt die Information über Hilfen dort an, wo sie nötig ist.

    Außerdem bin ich für ein Register aller verurteilten Sexualstraftäter, das von Amts oder Berufs her Interessierten zugänglich sein sollte, damit bereits erkannte Täter nicht mehr so leicht neue Straftaten begehen können. In anderen Ländern gibt es solche Register längst. Hier kann man abschauen, wie und ob sie auch hierzulande umgesetzt werden können.

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  3. Und im Mutterpass müsste auch stehen, dass Kinder wie Trigger wirken können, wenn man oder frau selbst Vernachlässigung und Gewalt in der Kindheit erfahren hat. Und wohin sie – und auch der Vater! sich wenden können, wenn sie etwas unternehmen und sich stärken möchten.
    Solche Informationen sollten auch angehende Psychologen und Sozialarbeiter und Ärzte bekommen: All die „HelferInnen“, unter denen etliche sind, die den Beruf ergreifen, weil es einfacher ist, anderen zu „helfen“ als sich selbst.

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