talking about sexual trauma

Our civilizations are traumatized by sexual violence. A poison we should neutralize by talking


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Meine Erfahrungen in der Politik

Ansätze von Betroffenen-Politik gibt es in Deutschland: Mit ein wenig Glück werden wir in 20 Jahren so weit sein wie die politische Vertretung „behinderter“ Menschen. Es wird ein selbstverständliches Mitsprache-Recht geben für Betroffenen-Vertreter, die aus eigener Erfahrung wissen, was es bedeutet, sexueller Gewalt ausgesetzt gewesen zu sein.

Sie werden mitreden, wenn es um die Reform von Bildung und Ausbildung von Pädagogen, Pflegekräften, Ärzten, Psychologen, Polizei, Richtern, Rechtsanwälten etc. gehen wird. Wenn es um Gesetzesvorlagen geht, sei es im Entschädigungsrecht, wenn es um Sicherheit in Familie, Sport, Schule geht; oder bei der Aufstellung von Lehrplänen. Dass das Thema nicht in der Schule selbstverständlich behandelt wird, ist eigentlich ein Unding: Ist doch sexuelle Gewalt „das Grundrisiko einer Kindheit in Deutschland“, wie das der Missbrauchs-Beauftragte Johannes Rörig ausgedrückt hat. Man wird Betroffenen-Vertreter befragen, wenn es um die längst überfällige Einrichtung von Professuren geht, die erforschen, warum sexuelle Gewalt in den meisten Zivilisationen so verbreitet ist.

Das wird aber noch eine Weile brauchen. Was haben wir bisher? Weiterlesen

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Ein Kommentar

Was „Überleben“ (und endlich einfach leben) wirklich bedeutet

Neulich fragte mich mal wieder jemand: „Geht das denn nie vorbei“? Jemand, die mir nahe steht, wohlgemerkt. Sie hatte mich in einer triggernden Situation erlebt, der ich mich nicht rechtzeitig entzogen hatte.

Dochdoch, wenn ich lange genug lebe, wird es vorbei gehen. Wenn ich früher hätte anfangen dürfen, mich mit all dem zu befassen, statt es Jahrzehnte lang verdrängen zu müssen, wäre ich noch weiter als jetzt (und ich bin schon sehr zufrieden). Heilung ist möglich. Aber darum geht es nicht.

Mich wird man nie loswerden, und wenn ich zehnmal endlich ohne mit der Wimper zu zucken einen katholischen Gottesdienst über mich ergehen lassen kann, ohne Angst- oder Heulanfälle zu bekommen (was jetzt nicht wirklich mein vorrangiges Lebensziel ist).

Es ist schließlich noch lange nicht vorbei. Ich zitiere die amerikanische Feministin Leah Lakshmi Pieptzna-Samarasinha, die ihre Kindheit und Jugend so beschreibt: „Ich wußte immer, dass es eine Welt gab, in der alles in Ordnung war; und die Welt, die WIR kannten: Wir Mädchen, die durch den Schulhof gingen und völlig aus unseren Körpern gebeamt waren; in engen Kleidern und Make-Up oder in Hoodies und Schlabber-Look. Wir konnten nirgendwo hingehen, außer endlich großwerden und zum Teufel endlich entkommen. Wenn du es einem Verwandten erzählt hättest, wärest Du angeschrieen worden, hättest Du es jemand anderem erzählt, hätte man dich ignoriert, dann angeschrieen, oder ins Heim geschickt. Wo es weiter passiert wäre, aber schlimmer.“

Wem kommt das nicht bekannt vor? Wer ist sicher, dass es heute GANZ ANDERS wäre? Weiterlesen