talking about sexual trauma

Our civilizations are traumatized by sexual violence. A poison we should neutralize by talking


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Vom Doppelleben Traumatisierter: Max Mehricks „Das Fenster zur Einsamkeit“

„Wie lebten Menschen, statt nur zu existieren? Wie ging diese Normalität, von der alle immer sprachen – der Alltag? Davon hatte er keine Ahnung. Es gab so viele Dinge, die er nicht verstand. Worüber sprachen Menschen, wenn sie sich zufällig beim Einkaufen trafen? Was sagte man zu der Bäckersfrau, die einem die Brötchen reichte?“

Was Max Mehrick da schreibt, könnte eine Zusammenfassung etlicher Seiten meiner Tagebücher aus meinen späten Teen- und frühen Twen-Jahren sein. Ich kann die kaum lesen, weil mir die abgrundtiefe Verzweiflung immer noch zusetzt, die aus ihnen spricht. Max Mehricks Buch zu lesen, ist einfacher; es geht um jemand anderen. Und ich fühle mich nicht mehr so alleine, denn da ist jemand, der genau das beschreibt (Mehricks Roman ist aus der Ich-Perspektive geschrieben), und dessen Hauptperson sich genauso schämt, wie ich mich damals schämte. Für meine totale soziale Inkompetenz, die in den oben zitierten Sätzen so gut auf den Punkt gebracht ist. Und für noch vieles mehr. Ich schämte sich damals so, dass ich nur in einer Art Dauer-Trotzhaltung überlebte. Weiterlesen


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Weihnachtlich mal anders

Liebe Leserinnen und Leser,

Ich wünsche keine frohe, sondern eine erträgliche Weihnacht, gerne auch froh, und zwar insofern als ohne böse Erinnerungen an die Zeit, in der man dieses Fest noch in der Ursprungsfamilie verbringen musste, und in der man / frau wehrlos und ausgeliefert war.

Lasst uns feiern, dass wir Menschen völlig wehrlose Kinder auf die Welt bringen und sie lieben, beschützen und in die Welt begleiten können. Lasst uns dafür kämpfen, dass es dafür gute Bedingungen gibt, und dass wir alle zwischendurch auch mal schwach sein dürfen, und trotzdem gut aufgehoben sind.

Ich danke für Eure Zeit und Aufmerksamkeit, für die Kommentare und das Lesen. Wieso ausgerechnet Miles Davis diesen rebellischen Christmas-Song gemacht hat, weiß ich nicht: Er hatte eine behütete Kindheit. Weiterlesen


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Unsere heile, heilige Welt. . .

. . . gib uns heute und halte die Opfer von uns fern, in Ewigkeit, etc.
Eine Mail aus der Kirchengemeinde, in der ich versuche, so etwas wie „Aufarbeitung“ zu initiieren. Man macht lieber „Prävention“ und spricht dabei mit Vorliebe über die Odenwaldschule (in den einschlägigen Veranstaltungen wird mit keinem Wort erwähnt, dass der Pfarrer der Gemeinde sexuell übergriffig war).
Ein einziger Kommentar noch zu unten stehendem: Dass der jetzige Pfarrer von sich aus diesbezüglich an die Presse gegangen sein soll, wäre mir neu.

„Liebe Astrid,

Du hast mehrfach den Wunsch geäußert bzw. uns das Angebot gemacht, einen Filmabend über sexuellen Missbrauch hier in der Kirchengemeinde Wendlingen-Unterboihingen anzubieten.

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