talking about sexual trauma

Our civilizations are traumatized by sexual violence. A poison we should neutralize by talking


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Astrid Lindgrens Kampf für bessere Kindheiten

Die Spezies Mensch dürfte die einzige sein, deren Individuen Strategien entwickelt haben, sich selbst vor Schmerz zu schützen, indem sie ihre Kinder schädigen. Die generationenweise Schäden und Störungen weitergeben, und gänzlich unangepasstes, destruktives Verhalten, das vielleicht einmal zur Zerstörung der Menschheit führen wird. Siehe die Herren Kim Jong-Un und Trump, zwei Narzissten, von denen der eine glücklicherweise Kontrolle seiner Macht dulden muss.

„Ein Kind, das sich von seinen Eltern nicht geliebt fühlt und das nichts findet, was es lieben kann, oder woher es Liebe bekommt, wächst selbst zu einem unglücklichen und häufig lieblosen Menschen auf, der auf seinem Weg durchs Leben viel Schaden anrichten kann. Das Schicksal der Welt entscheidet sich in den Kinderzimmern. Weiterlesen

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Aus der Serie „kontaminierte Hochliteratur“: Morrison, Bluest Eye

Es ist gar nicht so, dass Toni Morrisons Erstling so tut, als rede er von was anderem, und eigentlich dreht es sich dauernd, aber nicht explizit, um sexuelle Gewalt. „The Bluest Eye“ (deutsch: „Sehr blaue Augen“) beschreibt Kindsein und Schwarzsein. In dieser Kombination. Inzest kommt da eben auch vor (weil es um Kindsein geht). Ich finde nicht, dass sie Tat und Täter wirklich realistisch beschreibt; oder jedenfalls verlässt sie dabei ihr durchdringender Blick. Es leuchtet mir nicht ein.

Der Rest schon. Sehr. „Bluest Eye“ – der Roman wurde nur ganz allmählich zum Klassiker – vollbringt das Kunststück, das Aufwachsen unter Armut und Rassismus so zu erzählen, dass es gleichzeitig als ganz normal und als völlig verrückt erscheint. Denn die Kinder, die Menschen, die Morrison begleitet, sind ganz normal. Sie empfinden Lebensfreude, Liebe, Angst, Scham, Trauer, Lust. Sie machen das Beste draus, denn sie haben Hoffnung. Zumindest anfangs. Wie das eben so ist.

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Trilogie über Leben mit sexueller Gewalt:

Herbjörg Wassmo, das Haus mit der blinden Glasveranda (und folgende Bände).

„sie war nicht so scheu und selbstzerstörerisch, wie die Leute es gerne hätten. Sie verachtete Unterwürfigkeit, und das war schlimm von ihr“ – einer dieser hellsichtigen Sätze aus dem ersten Band der Trilogie der norwegischen Autorin Wassmo. Der (meines Wissens) erste preisgekrönte Roman zu diesem garstigen und aus der „hohen“ Literatur weitgehend ausgesperrten Thema , und er hat sogar internationale Anerkennung gefunden.

In Deutschland freilich (und typischerweise) unter dem Etikett „Frauenliteratur“. Es handelt sich aber um Weltliteratur, die geradezu bildhaft und intensiv eine Welt heraufbeschwört und so beschreibt, wie man es noch nie gelesen hat.

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Tehanu, Leben statt. . .

. . . überleben. Alles drin. Wer das gelesen (und verstanden) hat, kann nicht mehr viel falsch machen. Tehanu ist der Roman der Science-Ficition-Autorin Ursula K. LeGuin, in dem sie das Thema „sexuelle Gewalt, Ursachen und Wirkungen“ am explizitesten thematisiert.

Und dennoch eine schöne, eine tröstliche Geschichte. Gerade weil sie in einer geographisch wie zeitlich fernen Welt spielt – es ist im weitesten Sinne ein Fantasy-Roman – ist es sehr erhellend, wie sie die Entstehung von Gewalt und den Umgang mit Opfern beschreibt.

„Warum tun wir, was wir tun?“ ist eine Frage, die im Roman zweimal auftaucht – und sie meint einmal das Schreckliche, was Menschen tun, und einmal das Festhalten am stetigen Handeln für ein menschenwürdiges Leben. Auch wenn es manchmal aussichtslos scheint oder wie das Pflegen einer winzigen Insel in einem Meer aus Chaos und Elend.

Eine Frau findet ein halbtotes, kleines Mädchen, schwerst – auch sexuell – misshandelt. Weiterlesen


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Reading: Our Shared Shelf, a Feminist Book Club by Emma Watson

Quelle: Reading Resolutions: Our Shared Shelf, a Feminist Book Club by Emma Watson

I just finished my last book, „a fisherman of the inland sea“ by Ursula K. Le Guin (loved it), so what now? I’m happy to discover this initiative via „the Gloria Sirens Blog“! It sounds like a lot of inspiration and exchange. So I’m looking forward to discover the color purple by Alice Walker. Hopefully with some time for exchange also. . .


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Die Serie „kontaminierte Hochliteratur“

Heute: Der Idiot, von Dostojewski. Sexuelle Gewalt kommt ja übrigens auch in der Hochliteratur (wie in guten Familien oder in ehrwürdigen Institutionen) nicht vor. Niemals! Zumindest nach Meinung der allermeisten Literaturwissenschaftler/innen. Sollte jemand jemanden kennen, der aus der Reihe tanzt, würde ich ihn oder sie gerne kennenlernen. Jedenfalls wurde über „der Idiot“ von Dostojewskij viel geschrieben, aber nichts über die Tatsache, dass er das Pech hatte (oder auch von einer inneren Logik getrieben wurde), eine Frau zu lieben, die von ihrem Stiefvater sexuell misshandelt wurde. Die Dynamik einer solchen Beziehung hat Dostojewskij sehr genau beschrieben, bewundernswert wie immer, wenn er über die seelischen Abgründe im Menschen schreibt. Es gibt sicher viele junge Frauen in unserem Land, die die Handlungsweise der Nastassja gut nachvollziehen können. Und ich will gar nicht wissen, wieviele Beziehungen und Ehen hier und heute von unausgesprochener, früher erlittener sexueller Gewalt ge- und zerstört werden.

mehr zu Fürst Myshkin


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Ursula K. Le Guin, the Scapegoat

Le Guin has no fear of speaking about sexual violence – it is not an important subject in her work, but it exists in a very natural way, she doesn’t exclude the subject, knowing it can be part of human existence. One of her short stories is about a society where a horribly mistreated child is the core of its happiness and its good functioning.

It is being showed – naked in a cellar room, suffering, horribly lonesome – to every person on the edge of adulthood. Le Guin doesn’t tell explicitly why this is done and how it works that the Scapegoat makes everyone conscious of the luck and good life he or she has in comparison.

There are persons though, who leave the country sooner or later because of the existence of this child (once one dies, another one is incarcerated). They can’t accept the fact that a society builds on such a horrid base. One of her stories is about one of the persons who left.