talking about sexual trauma

Our civilizations are traumatized by sexual violence. A poison we should neutralize by talking


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Living with the Stigma

When I discovered the Stigma, a kind of sign on my forehead, telling I am person that has been abused, is damaged, done – in some way. . . When I discovered this feeling, I put it away as being irrational and not connected to reality. „Nobody sees it, and I am worth as much as anyone else“.

Well. Now and then, life reminded me of the fact, that some people are able to sense my damages and weaknesses, and can be tempted to use them. Which is kind of „normal“; you find manipulative people everywhere, and I know how to defend myself.

The feeling of being „different“ remains, though. Strangely, it was a book which is generally supposed to explain us why Trump became president, that shed light on all these confused but persistent feelings, and made clearer to me what they mean: Quite a lot, actually. It’s not a good idea to try to push them aside and dismiss them as „irrational“. On the contrary. And the problem is neither the „sexual“ aspect of the violence (of which this blog is talking), nor the shame. The real problem consists in the enormous difficulties to trust whomever, and to insert into structures, in which trust is the key currency. For traumatized people, trusting someone is a challenge comparable to that of a bumbler wanting to talk. What is evident and easy for the others, costs us a lot of reflection, strategic thinking and – effort. Again and again.  Weiterlesen

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Leben mit dem Stigma

Diese Mal auf der Stirn: Wurde missbraucht – ist beschädigt, fertig: Als mir vor Jahren klarwurde, dass ich das zu tragen glaubte, habe ich das als „irrational“ und nicht real weggeschoben. Unsinn, es sieht niemand dieses Stigma, und ich bin so viel wert wie andere.

Nun. Ab und zu erinnerte mich das Leben daran, dass es Menschen gibt, die es wahrnehmen (also meine Schäden und damit Empfindlichkeiten), und meine Schwächen auszunützen versuchen. Was ja „normal“ ist. Manipulative Menschen gibt es überall, und ich weiß mich zu wehren.

Das Gefühl, „anders“ zu sein, bleibt. Ausgerechnet ein Buch, das uns angeblich die Trumpmania in den USA erklären soll, das Weihnachtsgeschenk eines Freundes, hat mir die ganze Dimension all dieser diffusen und hartnäckigen Gefühle beleuchtet und mir deutlicher gemacht, was an ihnen ist. Nämlich eine Menge. Da gibt’s gar nichts wegzuschieben. Alle mal herschauen. Das Problem ist überhaupt nicht das „sexuelle“ und dass man sich schämt. Das Problem besteht vor allem in den enormen Schwierigkeiten, zu vertrauen, und sich in Strukturen einzubringen, in denen Vertrauen die Leitwährung ist. Zu vertrauen stellt für uns nämlich eine Leistung dar, ähnlich wie für den Stotterer das Sprechen: Was andere selbstverständlich und ohne den geringsten Aufwand tun, kostet uns Überlegung, strategisches Denken und – Überwindung. Wieder und wieder, und immer aufs Neue.  Weiterlesen


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Kann ein Buch über sexuelle Gewalt unterhaltsam sein?!

Es kann. Indeed. Rowling macht’s möglich; man merkt es gar nicht gleich, dass es eigentlich darum geht: In „Criminal Career“, dem dritten Band der Cormoran-Strike-Serie (unter dem Autoren-Namen „Galbraith“, Titel auf Deutsch: „Die Ernte des Bösen“). Ein realistisches Portrait unserer Gesellschaft und ihres Umgangs mit sexueller Gewalt: Tolerieren, die Opfer verantwortlich machen, ignorieren, die Opfer / Überlebenden bevormunden, Täter schützen bzw. straflos ausgehen lassen: Die ganze Pracht; und trotzdem ist das Buch überhaupt nicht deprimierend.

Wie bekommt Rowling das hin?! Und wenn ich mir Leser-Reaktionen so anschaue (auf „Goodreads“ z.B.) – Begeisterung, allermeist. Einige stört es, dass Rowling das garstige Thema so ausgiebig aufgreift. Die meisten nicht.

Zwei Faktoren sind da hilfreich: Rowling führt eine Person ein, die einigermaßen erfolgreich ihren Opfer-Status überwunden hat, und kämpferisch mit dem Erlebten umgeht. Eine sympathische Person: Die Mitarbeiterin oder Partnerin oder wie auch immer ihr Status sein mag des Detektivs Cormoran Strike, Robin Ellacott. Jung, schön, lebensfroh, freundlich, hilfreich, schlau. Sie hat Selbst-Verteidigung gelernt und wendet das im Buch auch erfolgreich an. Weiterlesen


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Astrid Lindgrens Kampf für bessere Kindheiten

Die Spezies Mensch dürfte die einzige sein, deren Individuen Strategien entwickelt haben, sich selbst vor Schmerz zu schützen, indem sie ihre Kinder schädigen. Die generationenweise Schäden und Störungen weitergeben, und gänzlich unangepasstes, destruktives Verhalten, das vielleicht einmal zur Zerstörung der Menschheit führen wird. Siehe die Herren Kim Jong-Un und Trump, zwei Narzissten, von denen der eine glücklicherweise Kontrolle seiner Macht dulden muss.

„Ein Kind, das sich von seinen Eltern nicht geliebt fühlt und das nichts findet, was es lieben kann, oder woher es Liebe bekommt, wächst selbst zu einem unglücklichen und häufig lieblosen Menschen auf, der auf seinem Weg durchs Leben viel Schaden anrichten kann. Das Schicksal der Welt entscheidet sich in den Kinderzimmern. Weiterlesen


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Aus der Serie „kontaminierte Hochliteratur“: Morrison, Bluest Eye

Es ist gar nicht so, dass Toni Morrisons Erstling so tut, als rede er von was anderem, und eigentlich dreht es sich dauernd, aber nicht explizit, um sexuelle Gewalt. „The Bluest Eye“ (deutsch: „Sehr blaue Augen“) beschreibt Kindsein und Schwarzsein. In dieser Kombination. Inzest kommt da eben auch vor (weil es um Kindsein geht). Ich finde nicht, dass sie Tat und Täter wirklich realistisch beschreibt; oder jedenfalls verlässt sie dabei ihr durchdringender Blick. Es leuchtet mir nicht ein.

Der Rest schon. Sehr. „Bluest Eye“ – der Roman wurde nur ganz allmählich zum Klassiker – vollbringt das Kunststück, das Aufwachsen unter Armut und Rassismus so zu erzählen, dass es gleichzeitig als ganz normal und als völlig verrückt erscheint. Denn die Kinder, die Menschen, die Morrison begleitet, sind ganz normal. Sie empfinden Lebensfreude, Liebe, Angst, Scham, Trauer, Lust. Sie machen das Beste draus, denn sie haben Hoffnung. Zumindest anfangs. Wie das eben so ist.

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Trilogie über Leben mit sexueller Gewalt:

Herbjörg Wassmo, das Haus mit der blinden Glasveranda (und folgende Bände).

„sie war nicht so scheu und selbstzerstörerisch, wie die Leute es gerne hätten. Sie verachtete Unterwürfigkeit, und das war schlimm von ihr“ – einer dieser hellsichtigen Sätze aus dem ersten Band der Trilogie der norwegischen Autorin Wassmo. Der (meines Wissens) erste preisgekrönte Roman zu diesem garstigen und aus der „hohen“ Literatur weitgehend ausgesperrten Thema , und er hat sogar internationale Anerkennung gefunden.

In Deutschland freilich (und typischerweise) unter dem Etikett „Frauenliteratur“. Es handelt sich aber um Weltliteratur, die geradezu bildhaft und intensiv eine Welt heraufbeschwört und so beschreibt, wie man es noch nie gelesen hat.

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Tehanu, Leben statt. . .

. . . überleben. Alles drin. Wer das gelesen (und verstanden) hat, kann nicht mehr viel falsch machen. Tehanu ist der Roman der Science-Ficition-Autorin Ursula K. LeGuin, in dem sie das Thema „sexuelle Gewalt, Ursachen und Wirkungen“ am explizitesten thematisiert.

Und dennoch eine schöne, eine tröstliche Geschichte. Gerade weil sie in einer geographisch wie zeitlich fernen Welt spielt – es ist im weitesten Sinne ein Fantasy-Roman – ist es sehr erhellend, wie sie die Entstehung von Gewalt und den Umgang mit Opfern beschreibt.

„Warum tun wir, was wir tun?“ ist eine Frage, die im Roman zweimal auftaucht – und sie meint einmal das Schreckliche, was Menschen tun, und einmal das Festhalten am stetigen Handeln für ein menschenwürdiges Leben. Auch wenn es manchmal aussichtslos scheint oder wie das Pflegen einer winzigen Insel in einem Meer aus Chaos und Elend.

Eine Frau findet ein halbtotes, kleines Mädchen, schwerst – auch sexuell – misshandelt. Weiterlesen