talking about sexual trauma

Our civilizations are traumatized by sexual violence. A poison we should neutralize by talking


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Sexuelle Gewalt und Männer

„Dunkelfeldstudien zu dem Thema geben an, dass etwa fünf bis 15 Prozent der sexuellen Gewalt gegen Jungen und männliche Jugendliche von Frauen ausgeht.“

Als Erstes mal was ganz Wichtiges: Es gibt nicht „die Männer“ und „die Frauen“. Abgesehen davon, dass es noch eine Menge Menschen gibt, die sich irgendwo dazwischen oder ganz woanders fühlen, gibt es überall „Solche und Solche“. Merkwürdigerweise sind die Klischees „Mann als Vergewaltiger“ und „Frau als Opfer“ in der #MeToo Diskussion der letzen Woche aber noch immer stark präsent. Deswegen hier mal ein paar Informationen von fachlicher Seite, nämlich Thomas Schlingmann von „Tauwetter“.

http://www.sueddeutsche.de/leben/sexueller-missbrauch-viele-maenner-verdraengen-jahrelang-dass-sie-missbraucht-wurden-1.3738041

Das Verdrängen ist übrigens keineswegs männerspezifisch, und es ist auch nicht so, dass Frauen sich lieber oder leichter als Opfer / Betroffene (an)erkennen würden als Männer. Wie groß die Unterschiede wirklich sind zwischen den Geschlechtern, wenn es um die Verarbeitung des Erlebens von oder um das Ausüben von sexueller Gewalt geht, ist noch sehr unklar. Schlingmann meint aber, es gebe sehr wohl Unterschiede.  Weiterlesen

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Aber Lehrpersonal mobben, das übergriffige Kollegen anzeigt

Passt wie die Faust aufs Auge zum letzten Beitrag in diesem Blog: Der Direktor einer hessischen Realschule, der 2001 einen Lehrer seiner Schule wegen sexuell übergriffigen Verhaltens beim Dienstherrn angezeigt hatte, damit dieser von seiner Schule entfernt wird, wurde seinerseits von der Schule entfernt. Man hätte sich „Diskretion“ gewünscht. Verantwortlich für die Bestrafung des Überbringers unguter Botschaft ist ein Staats-Sekretär im hessischen Kultus-Ministerium.

http://www.sueddeutsche.de/bildung/hessen-als-noch-niemand-ueber-missbrauch-sprach-1.3665448

Ein Schelm, wer dabei an reformpädagogische Seilschaften denkt. Zur Erinnerung: 2001, das war zwei Jahre nachdem ein Artikel in der Frankfurter Rundschau über die an der Odenwaldschule herrschende sexuelle Gewalt völlig folgenlos verpuffte. Die Odenwaldschule – mittlerweile mangels Nachfrage geschlossen – war (und bleibt) DAS Aushängeschild der Reformpädagogik.

 


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Studie die Zweite: Gewaltbetroffene in jeder Schulklasse

Knapp 60 Prozent der Jugendlichen haben in den drei Jahren vor einer Umfrage des deutschen Jugend-Instituts sexuelle Gewalt erlebt. Drei Prozent der Jungen und fünf Prozent der Mädchen zu sexuellen Handlungen gezwungen. Jungen reden überwiegend gar nicht über sexuelle Übergriffe, die sie erlitten, Mädchen zu einem Drittel auch nicht. Der Familie vertrauen sich die Wenigsten an: Wenn, dann wird mit gleichaltrigen Freundinnen oder Freunden darüber gesprochen.

4300 Jugendliche wurden befragt, die sich 90 Minuten Zeit nahmen, den Fragebogen auszufüllen. Was das Ergebnis über die Atmosphäre und Kultur aussagt, was Sexualität angeht, ist niederschmetternd: Sexuelle Gewalt und Übergriffigkeit gehört zum Alltagsleben und zur sexuellen Kultur. Fast die Hälfte der Mädchen müssen Witze über ihren Körper über sich ergehen lassen, bei den Jungen sind es mehr als ein Drittel. Über Mädchen werden Gerüchte verbreitet. Porno-Konsum ist, vor allem unter Jungen, weit verbreitet, zehn Prozent der Mädchen wurden sexuell belästigt, und drei Prozent der Jungen.  Weiterlesen


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Viel sexuelle Gewalt unter Jugendlichen

 

„Jeder vierte hat bislang mindestens einmal im Leben, meist jedoch öfter, körperliche sexuelle Gewalt erlebt.“ Das ist kein Zitat aus einem Buch oder Artikel aus den 60er Jahren, sondern aus einer Studie, deren Ergebnisse gerade erschienen:

http://www.sueddeutsche.de/politik/sexuelle-gewalt-gegen-jugendliche-traenen-angst-scham-1.3541552

Ich muss sagen, ich bin platt. Ich dachte eigentlich, auf alles gefasst und mit allen Wassern gewaschen zu sein, wenn es um die Realitäten der sexuellen Gewalt geht. Weit gefehlt. Niemals hätte ich gedacht, dass sie im Leben von Jugendlichen heute so präsent ist. Und sie noch immer nicht wirklich wissen, was eigentlich sexuelle Gewalt ist. Noch immer verharmlost wird, und noch immer tabuisiert oder lächerlich gemacht wird. Also, was man tun kann, steht leider nur im Kommentar zum Artikel; gebe ich aber am Ende meines Beitrags hier noch durch. Zunächst noch ein paar Zitate:  Weiterlesen


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Strukturen des Missbrauchs am Beispiel der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal

„Betroffenenheits-Bullshit-Bingo. Bullshit-Bingo ist ein Spiel, das gerne bei Weihnachtsfeiern in Betrieben gespielt wird. Dazu werden Statements (Platitüden) von Chefs und Abteilungsleitern gesammelt und in einen Text verpackt, zudem werden Bingokarten mit Bullshit-Schlagwörtern angefertigt. Und dann heißt es, seine Bingokarte während des Vortrages oder Sketch am schnellsten fertig zu haben, um Bingo zu rufen und einen Preis zu kassieren. – Hier redet man bei Wikipedia darüber: https://de.wikipedia.org/wiki/Buzzword-Bingo“ (Der Autor des Beitrags)

Lotoskraft

„Das bedauern wir sehr. Und ich weiß, dass damals auch die Mitarbeiter, trotz alledem, mit viel Herzblut und Engagement ihre Arbeit getan haben. Dass diese Dinge in Einzelfällen passiert sind, das tut uns leid und deswegen noch einmal, sind wir sehr erleichtert, dass wir jetzt nach einem langen Weg in der Vorbereitung hin zu einem Aufklärungsprozess jetzt unterwegs sind, damit durch diese Aufarbeitung auch den ehemaligen Heimkindern Anerkennung ihres Leids widerfährt. Das sind wir ihnen schuldig.“

Das Zitat stammt vom Vorsteher der Evangelischen Brüdergemeinde, Klaus Andersen. Er äußerte sich dahingehend in einem Interview mit dem SWR-Fernsehmagazin „Report Mainz“ zu den Vorwürfen sexueller, körperlicher und psychischer Gewalt in seinen Einrichtungen und bedient damit das System, dem er entstammt. Es ist das klandestine System des Wegschauens, der Kumpanei, der Bemäntelung und des Weg- und Schönredens. Hinzukommt noch eine Ideologie, hier Religion, die die Gemeinschaft höher schätzt als jene, die von ihr betreut…

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Straftatbestand „Ausbeutung Schutzbefohlener“

Das Lied mit der Verjährung kennen wir ja in- und auswendig. Wenn ich jedesmal was schreiben würde, wenn die mal wieder Täter (geständige) schützt, dann wäre der Blog hier sehr voll. Aber dieser Fall hier gab mir doch zu denken. Nicht wegen der Verjährung, sondern, weil ich mal wieder ein vertrautes Muster erkenne, über das aber nicht explizit gesprochen wird: Hier wurden Schutzbefohlene (Heimkinder) ausgeliefert an einen Missbraucher. Wiederholt, systematisch. Die Heimleiterin kann wegen Verjährung (des sexuellen Missbrauchs) auch nicht mehr belangt werden. Aber es scheint sich auch niemand zu fragen, wie sie dazu kam, zehnjährige Mädels mit einem Herrn wieder und wieder in sein Büro fahren zu lassen; und ihnen dann auch noch nicht zu glauben, wenn sie von sexualisierten Misshandlungen erzählten.

http://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/Ehemalige-Heimkinder-Missbrauch-ohne-Strafe,missbrauch1408.html

Sie behauptet, die Ausflüge unterbunden zu haben, als bei einem der Ausflüge der Kauf von Unterwäsche erfolgte. Ok. Ein Mann geht Unterwäsche kaufen mit 10jährigen Mädchen. Die er schon ganz oft mit zu sich genommen hat. (Groschen? Ist da irgendwo ein Groschen?) Weiterlesen


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Astrid Lindgrens Kampf für bessere Kindheiten

Die Spezies Mensch dürfte die einzige sein, deren Individuen Strategien entwickelt haben, sich selbst vor Schmerz zu schützen, indem sie ihre Kinder schädigen. Die generationenweise Schäden und Störungen weitergeben, und gänzlich unangepasstes, destruktives Verhalten, das vielleicht einmal zur Zerstörung der Menschheit führen wird. Siehe die Herren Kim Jong-Un und Trump, zwei Narzissten, von denen der eine glücklicherweise Kontrolle seiner Macht dulden muss.

„Ein Kind, das sich von seinen Eltern nicht geliebt fühlt und das nichts findet, was es lieben kann, oder woher es Liebe bekommt, wächst selbst zu einem unglücklichen und häufig lieblosen Menschen auf, der auf seinem Weg durchs Leben viel Schaden anrichten kann. Das Schicksal der Welt entscheidet sich in den Kinderzimmern. Weiterlesen