talking about sexual trauma

Our civilizations are traumatized by sexual violence. A poison we should neutralize by talking


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Die altmodische Feministin sind SIE, Catherine!

„nein, liebe Catherines, ungeschickte Anmache ist kein Delikt, genauso wenig aber ist ein erigierter Penis, der in der Metro gegen einen Frauenschenkel gepresst wird, ein Ausdruck dieses berühmten gallischen erotischen Esprits, den man wohl wirklich schleunigst auf die UNESCO-Liste der immateriellen Welterbe setzen sollte, bevor die #MeToos ihn ausrotten.“ (Fiona Schmidt, s.hier http://cheekmagazine.fr/contributions/cheres-catherines-reponse-tribune-monde-fiona-schmidt/)

Fiona Schmidt ist auch Französin, wenn auch nicht so berühmt wie Catherine Deneuve, die den Aufruf der 100 gegen #MeToo ebenfalls unterschrieben hat. Leider steht sie auch nicht so prominent für aufregende Weiblichkeit wie Deneuve. Das Zitat habe ich gewählt, weil es das ausdrückt, was mir wichtig ist: Deneuve und Konsorten beanspruchen für sich, den französischen erotischen Esprit zu repräsentieren, und das nimmt man ihnen leider ab. Sie repräsentieren aber leider eigentlich etwas ganz anderes: Eine repressive und autoritäre Auffassung von Sexualität. Weiterlesen

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Film: Horror der Erziehungsheime

Heute Abend bei Arte, 20h15. Wer mag.

Ich mag nicht. Heimerziehung in den 50er, 60er, 70er, 80er Jahren – oft ein Horror. Unglaublich, Skandalös, unvorstellbar. Das zeigt der Film wohl. Einen Vierzehnjährigen, der durch das System vernichtet wird.

Das wissen wir aber doch. Ich will den Film nicht sehen. Ich will einen Film sehen darüber, wie das alles möglich war. Wer da mit wem zusammengeklüngelt hat. Welche Psychopathen warum in diese Heime (als Erzieher) entsorgt wurden. Welche Jugendämter, welche Pfarrer, welche Eltern warum weggeschaut haben, oder das gut fanden.

Ich will gefälligst auch jemanden sehen, der versucht hat, sich dagegen zu wenden, etwas dagegen zu tun, wenigstens ein Kind zu retten. Und das auch geschafft hat. Ich bin überzeugt, dass es das auch gab. Ich will nämlich wissen, wie es anders gegangen wäre und geht.

Und ich will wissen, wie heute weiter die alten Geschichten unter den Teppich gekehrt werden. Ich kenne da das eine oder andere Heim. Menschen, die Halbgeschwister suchen, die die als Jugendliche sexuell Missbrauchte Mutter in einem Heim auf die Welt bringen und abgeben musste. Wo das Kind auf Nimmerwiedersehen verschwand. Und die Mutter wurde zum weiteren Missbrauch an den Freund und (finanziellen) Förderer ebendieses Heims zurückgegeben. Das ist alles nämlich noch lange keine Vergangenheit.

Vorbericht Film „Freistatt“ Arte 20h15

 


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„Wenn einer von uns stirbt. . .

. . . geh ich nach Paris“. Welch ein rätselhafter Filmtitel. In diesem Dokumentarfilm erzählt der Filmemacher Jan Schmitt die Geschichte seiner Mutter. Die sich umbrachte, weil sie mit all dem Erlittenen nicht mehr leben konnte oder wollte – jahrelang als Kind und Jugendliche die Beute eines Jesuitenpaters gewesen zu sein, einschließlich zweier während ihrer Teenager-Zeit geborener Kinder, eines tot, und eines im vom Täter vermittelten Heim zur Welt gebracht und zur Adoption freigegeben. Und auf Nimmerwiedersehen verschwunden.

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Spotlight – ein (amerikanischer) Traum

Da ist es wieder, wie damals beim Film „Festen“ (bei dem es um Aufarbeitung von familiärem Missbrauch geht). Unsereins geht raus, ein wenig seufzend, und denkt sich wehmütig: „Hach, Gerechtigkeit. Das war jetzt schön“. Während die meisten Zuschauer das Ganze mutmaßlich eher etwas verstörend fanden. Und bestimmt nicht auf die Idee kämen, man könne das alles womöglich fast schon ein wenig kitschig finden. Was ja übrigens auch mal schön ist. Ein bisschen träumen. Wie schön das wäre, wenn wir auch in Deutschland viele, viele solch cooler Journalisten hätten.

Die Realität sieht ja doch ganz, ganz anders aus. Rühmliche Ausnahmen bestätigen die Regel.

Ich darf Ausschnitte aus meinem Dialog mit einer Redakteurin der „Nürtingen Zeitung“ vor einer Woche zitieren;

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Marilyn Monroe in „Bus Stop“

Kaum erträglich der Film, und man muss schon Monroe-Fan sein, um ihn durchzustehen. Ich bin das, und als kulturelles Zeugnis für eine bestimmte Art, die Themen Sexualität, Intimität und Gewalt anzugehen, ist der Film sehr interessant. Je mehr Monroe-Filme ich sehe, umso überzeugter bin ich, dass es kein Zufall ist, dass eine Frau die Ikone der 50er Jahre wurde, die als Jugendliche sexueller Gewalt ausgesetzt war.

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Geht es in „la Mala Educación“. . .

. . . um „Begehren“?

Als ich den Almodovar-Film mit einer Freundin anschaute, wunderte ich mich sehr darüber, dass ihr gar nicht aufgefallen war, dass es in dem Film um sexuellen Missbrauch und seine Folgen ging. Für mich war das sonnenklar, deswegen hatte ich den Film ja sehen wollen. Diese Freundin hatte sich allerdings nie mit dem Thema sexuelle Gewalt auseinandersetzen müssen, und offenbar interessierte sie am dem Film anderes.

Mich interessierte die Person des missbrauchten Jungen, Ignacio, aus dem später die Transsexuelle Zahara wurde, mit ihren Identitätsproblemen. Und ihrer Zerstörtheit. Mich interessierte auch das Gebrochene am Film: Es schien die Verwirrung wider zu spiegeln, die traumatische Erfahrungen stiften – die Grenzen des Körpers und der Wahrnehmung wurde gesprengt, die Realität liegt in Fetzen, die erst wieder zusammengesetzt werden müssen.

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Kinderprostitution, Fernsehfilm

Man denkt bei den Begriffen „Kinderprostitution“ oder „organisierter Missbrauch“ natürlich an Krimis, oder vielleicht an indische Verhältnisse. Vielleicht läuft die Sendung bei der ARD ja deswegen unter der Rubrik „Unterhaltung“. Na denn. Ich schau mir das jedenfalls nur in Gesellschaft an, und nicht zur Unterhaltung.

Alldieweil von Fiktion keine Rede sein kann, es ist alles sorgfältig recherchiert von der Journalistin und Drehbuchautorin Ina Jung. Dass der Krimi-Autor Friedrich Ani mitgeschrieben hat, heißt noch lange nicht, dass der Film deswegen ein Krimi ist. Eher, dass seine Krimis oftmals weniger Fiktion enthalten, als einer lieb ist.

Es geht jedenfalls um deutsche Kinder, deutsche Familien und deutsche Kunden. Auch deutsche Honoratioren (die Kunden, die Zuhälter). Man hat wohl beste Verbindungen in höchste Kreise der Gesellschaft. Aber ja. Was sonst? Das gab’s schon immer. Aber jetzt kann man’s offenbar auch wahrhaben. Sogar im ersten deutschen Fernsehprogramm um 20h15.

http://www.daserste.de/unterhaltung/film/filmmittwoch-im-ersten/sendung/operation-zucker-jagdgesellschaft-100.html